Vereinsgeschichte

Einst für 100 Liter Wein Jahressalär den Chor dirigiert

aus der Heilbronner Stimme vom 19.4.2002 von Hans-UlrichKöhler
 
Beim Forschen im Fleiner Archiv fanden Frieder Luik und Herbert Braun eine Urkunde aus dem Jahr 1842, nach der auch die Sänger des Orts an der Einweihung der neu erbauten Kirche beteiligt waren.

 

Doch hat der Sängerbund dieses Datum nicht für seine Geburtstagsfeier zugrunde gelegt. Auch auf das Jahr 1857 verzichtete man als Gründungsdatum, als Unterlehrer Zick mit 42 Sängern als "Liederkranz " dem Schwäbischen Sängerbund beitrat. Als Zick wegzog, gab der Verein seine Tätigkeit auf. Und auch der " Frohsinn" des Jahres 1865 währte nicht lange.

 

So darf das Jahr 1872 der Feier zugrunde gelegt werden. Allerdings gab es gleich drei Vereine: Die "Eintracht" trat mit 40 Männern 1874 dem Schwäbischen Sängerbund bei. Aber Eintracht herrschte damals keineswegs. Die "Germania" folgte als zweiter Chor, und die "Harmonie ", die 1900 dem Arbeiter-Sängerbund beitrat, als dritter. Während sich in der "Eintracht" die "haute volée" versammelte, trafen sich die Wengerter in der "Germania" und der Arbeiterstand in der "Harmonie". Dass unter den Chören, die von Lehrern wie dem späteren Ehrenbürger Paul Fähnle dirigiert wurden, Rivalität bestand, war klar. Jeder musikalische Leiter wollte den besten Verein haben.

Dann brachte der Erste Weltkrieg harte Verluste, und die folgende Inflation finanzielle Probleme. Die Dirigenten wurden in Naturalien bezahlt.

 

Jahressalär war beispielsweise ein 100-Liter-Fass Wein mit einer zusätzlichen Metzelsuppe. Richard Sander, der zukunftsweisend dachte, brachte die schwere Geburt unter persönlichen Diffamierungen zustande, "Germania" und "Eintracht" im Jahre 1928 zum " Sängerbund" zu vereinigen.

 

 

1932 wurde die Fahnenweihe trotz allem zu einem strahlenden Fest mit 1200 Sängern. Doch als die "Harmonie" 1933 zwangsweise dem Sängerbund angegliedert wurde, verließen viele Männer den Verein. Dass mit dem Zweiten Weltkrieg das Vereinsleben unterging, war ein harter Schlag.


Die Wunschzahl von 100 Tenören und Bässen wurde unter Herbert Kott erreicht, der nach langjähriger Tätigkeit zum 100-jährigen Jubiläum dirigieren durfte. Heute muss man über die Hälfte der Sänger froh sein. Aus dem legendären Doppelquartett "Fleiner Weinkehlchen" unter Theo Münzing sind die heutigen "Flin-Harmoniker" unter Roland Gärtner geworden, welche die heitere Muse pflegen. Eine Entscheidung schlug in den 70-er Jahren Wellen. Soll man zum gemischten Chor werden oder Männergesangverein bleiben? Die Frauen sollten als eigene Gruppe im Verein auftreten. Das klappte aber nicht. Und so wurden die "Chorfreunde Flein" als gemischter Chor gegründet. Erfreulich ist, dass Roland Gärtner mit seinen Schulchören und jungen Ensembles die größeren Konzerte bereichert.      

Wo Wein wächst, wird auch gesungen. Dies gilt auch für Flein. Der bekannte Weinort hat deshalb eine große Sangesttradition. Seit über 125 Jahren gibt es den Sängerbund Flein. In einer im Fleiner Archiv vorhandenen Urkunde ist nachzulesen, dass am 19. Juni 1872 die neu erbaute Fleiner Kirche eingeweiht wurde und dass dabei fünf Fleiner Gesangvereine teilnahmen. Das waren 117 aktive Sänger bei der damaligen Einwohnerzahl von 1100.
 
Bereits 1854 war der "Liederkranz" gegründet worden, doch mit dem Wegzug seines Dirigenten hörte der Verein auf. Elf Jahre später entstand ein neuer Verein, "Frohsinn" nannte er sich, aber der frohe Sinn dauerte ebenfalls nicht lange. 40 von den ehemaligen Frohsinn-Sängern gründeten dann im Jahr 1872 die "Eintracht", die zwei Jahre später dem Schwäbischen Sängerbund beitrat. 1882 schlossen sich hauptsächlich die Fleiner Wengerter zum zweiten Gesangverein "Germania" zusammen. 1900 kam als dritter Verein die "Harmonie" dazu, deren Mitglieder hauptsächlich aus dem Arbeiterstand kamen.


Aus diesen ehemaligen Vereinen "Eintracht", " Germania" und "Harmonie" konnte der damalige Vorstand Richard Sander im Jahre 1928 den Gesamtverein "Sängerbund Flein" aus der Taufe heben. Die heutige Vereinsfahne zeigt noch heute die Wurzeln dieser drei Vereine. 1933 wurde die "Harmonie" im 3. Reich zwangsweise dem Sängerbund angegliedert. Diese Maßnahme mißfiel vielen Sängern und viele verließen den Verein.     
Nach dem 2. Weltkrieg begannen Vorstand Hermann Wörner und Chorleiter Heinrich Martschinke einen neuen Chor aufzubauen, denn viele Sänger waren gefallen, vermißt oder noch in Gefangenschaft. 1947 konnte dann unter der Leitung von Erich Hoffmann mit 45 Sängern die erste Nachkriegs-Singstunde begonnen werden. In der Zeit zwischen 1952 und 1958 erlebte der Verein eine Blütezeit, denn die Zahl der aktiven Sänger stieg auf fast 100 Männer. In diese Zeit fiel auch die Gründung des beliebten Doppelquartetts "Fleiner Weinkehlchen", das unter der Leitung von Theo Münzing bis zum Jahr 1977 sang und überall große Erfolge erreichte. Ein weiterer Höhepunkt war die 100-Jahr-Feier, die der unvergessene Vorstand Emil Eurich hervorragend organisiert hatte.  

 

Bereits im 2. Jahr seiner Amtszeit hob Ewald Sommer als Vorstand das beliebte Rieslingfest aus der Taufe. Es wurde auf Anhieb ein Erfolg. Der Rektor der Grund- und Hauptschule Roland Gärtner übernahm 1987 von Edmund Maier den Dirigentenstab. Mit viel Engagement leitet er seither den Männer-, Jugend- und Schülerchor. Nach 13-jähriger erfolgreicher Vorstandschaft übergab Ewald Sommer 1996 die Vereinsleitung an Gerhard Eurich (Sohn des ehemaligen Vorstandes Emil Eurich).
Das insgesamt verjüngte Vorstandsteam geht nun mit frischen Schwung und mit der Unterstützung der erfahrenen Älteren an die nicht immer leichten neuen Aufgaben heran. Eine v aktive Sängerwerbung und neue Gedanken zum Chorgesang sind nur einige Punkte, die der neue Vorstand angehen muß.

Der Sängerbund Flein hat ca. 180 Mitglieder, die sich aufteilen in 50 singende Männer und ca. 130 fördernde Mitglieder. Unser Repertoire ist sehr weit gefächert und geht von modernen Schlagern und Musicals über volkstümliche Melodien bis hin zu klassischen Opern-Chören.


Seit Mai 2003 gibt es neben dem Männerchor auch einen "Jungen Chor", die Fleiner Tonart. Das ist ein Gemischter Chor, der vor allem neue und moderne Chorliteratur sind. Sängerinnen und Sänger sind herzlich willkommen.

in Mensch ohne Lieder ist wie ein Sommer ohne Sonne und wie ein Winter ohne Ofen. Lieder halten ihn das ganze Jahr über warm als eines der schützenden Pelzchen über seiner seelischen Nacktheit.

Peter Horton

Termine / Aktuelles 2017/18

Montag, 31. Dezember 2018

Silvestersingen

St.-Veit-Kirche Flein

Sonntag, 18. November 2018

Männerchor singt anlässlich des Volkstrauertags

Ev. Kirche Flein

Samstag, 29. September 2018

Außerordentliche Mitgliederversammlung

Saal der Weingärtner Flein, Römerstraße

20 Uhr

Sonntag, 23.9.2018

Weinausschank am Fleiner See

Gute Weine und Gesang