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1999

Rainer Eppelmann sprach in Flein über den Fall der Mauer

An der Grenze gab es kein Halten mehr

 

Neun Gäste aus Steinthalleben waren in Flein. Anlass war der Besuch von MdB Rainer Eppelmann. Die Gemeinde veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem Partnerschaftsverein einen festlichen Abend unter dem Motto "Zehn Jahre Mauerfall in Berlin - Rückblick und Ausblick".


Beim Gespräch am runden Tisch am Nachmittag wirkte der Theologe ganz entspannt. Lebhaft schilderte er die Ereignisse in der DDR, beantwortete geduldig Fragen von Bürgern, bringt sie auf den Punkt, ohne auszuweichen. Rainer Eppelmann gründete zusammen mit anderen Dissidenten Anfang Oktober 1989 den Demokratischen Aufbruch (DA). Am historischen Tag, 9. November, sitzt der Pfarrer abends bei einer Veranstaltung in der Kirche, wo sich CDU und DA den Leuten vorstellen. Kaum eine Stunde liegt die Pressekonferenz von Politbüromitglied Günter Schabowski zurück. Sein Satz über das Reisegesetz, "das es jedem Bürger möglich der DDR möglich macht, über die Grenzübergangspunkte auszureisen", und zwar sofort, geht um die Welt. Eppelmann hat damit nicht gerechnet. Der mit heißer Nadel gestrickte Entwurf und die Verkündigung ist eine Aneinanderreihung von Missverständnissen mit gewaltigen Folgen.


An der Grenze gibt es kein Halten mehr. "Hast du gehört, die Mauer geht auf", erzählt ihm ein Stadtjugendpfarrer gegen 19 Uhr die Sensation. Zusammen eilen sie in die Bornholmer Straße. Sie sehen wie die Menschenschlange immer größer wird, blicken in die hilflosen Gesichter der jungen Grenzer. Der Schlagbaum geht hoch. Eppelmann: "Wir sind nicht rübergegangen". Die Pfarrer wandern zurück, schauen in die Gesichter der jubelnden Leute, die sich umarmen, fröhlich scheinen, aber zugleich verunsichert, teilweise ängstlich wirken.


Damals ist von Wiedervereinigung keine Rede. "Es wäre illusorisch und unverantwortlich für den Preis gewesen", erinnerte sich Eppelmann an 350 000 russische Soldaten auf DDR-Gebiet, die Nationale Volksarmee und die Stasi. Die Bürgerrechtler streben eine eigene politische Kultur an, eine veränderte DDR, scheitern aber bei den Volkskammerwahlen. Die Frage der deutschen Einheit, erklärt der 56-jährige in Flein, sei erst im Sommer 1990 im Kaukasus geklärt worden.

Wehrdienstverweigerer Eppelmann wird unter Lothar der Maiziére Minister für Abrüstung und Verteidigung. Lächelnd erzählt er: "Als ich aufgehört habe, gab es die NVA nicht mehr." Wichtig ist für Eppelmann, daran weiterzuarbeiten, dass sich die Menschen in den alten und neuen Bundesländern gegenseitig offen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen und Biographien, wie sie die Geschichte geschaffen hat, wahrnehmen und zu verstehen versuchen.
Den Abend im Musiksaal der Fleiner Schule umrahmte der Sängerbund Flein mit gut ausgewählten Gesangsbeiträgen und der Posaunenchor der CVJM Flein. Rainer Eppelmann, der übrigens auf jedes Honorar verzichtet hatte,  zeigte sich beim Abschied sehr beeindruckt vom Verlauf des Tages.

aus der Heilbronner Stimme vom 9.9.1999 von Joachim Kinzinger


in Mensch ohne Lieder ist wie ein Sommer ohne Sonne und wie ein Winter ohne Ofen. Lieder halten ihn das ganze Jahr über warm als eines der schützenden Pelzchen über seiner seelischen Nacktheit.

Peter Horton

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